Samstag, 26. März 2011
Erste Gedanken
Auf Seite 72 stoppte ich kurz um einige Fragen zu formulieren, ohne viel nachzudenken:
Was hat Claire vor? Wie sieht ihr Plan aus?
Wissen die Bewohner der Stadt über das Vorhaben von Claire Bescheid?
Was wird mit Ill geschehen?
Was hat es mit den gelben Schuhen auf sich?
Welche Personen sind „Falsche Schlangen“?
Welche Rolle werden die beiden Blinden weiter spielen? Warum der Panther?
Einige der Fragen sind (noch) nicht abschliessend möglich zu beantworten, aber ich habe mich auf die Suche der Antwort auf die Frage nach den gelben Schuhen und dem Panther gemacht. Ich denke, dass beide eine symbolische Stellung haben.
Die Gelben Schuhe.
Auf den Seiten 59 und 60 stellt Ill fest, dass der Erste, der Zweite und die beiden Frauen neue gelbe Schuhe haben. In derselben Szene kaufen die vier bei Ill Dinge ein, die sie sich eigentlich nicht leisten können und lassen dafür anschreiben.
Meine Recherchen zeigen mir zwei verschiedene Aspekte von Gelb. Zum einen sagt mir unter anderem Wikipedia, dass Gelb für Neid, Gier und Egoismus stehe. Zum anderen sagt www.seilnacht.com Gelb stehe für das Gedeihen des Lebendigen und das Heitere.
Meiner Meinung nach passen beide Interpretationen zu der Geschichte. Nehmen wir zuerst Neid, Gier und Egoismus: Die Stadtbewohner ahnen, bewusst oder unbewusst, dass bald mehr Reichtum kommen wird. Sie leben schon so lange sparsam, arm und neidisch auf Geld, dass sie nun, da sie das Geld schon riechen können, sofort gierig werden und sich alles gönnen, was sie zuvor nicht hatten. Sie sind in diesem Moment auch egoistisch, da sie nicht daran denken, ob sie dies alles überhaupt einmal zurückzahlen können.
Auch die zweite Interpretation der Farbe; Gedeihen des Lebendigen und Heiteren passt. Der Reichtum der Stadt steigt (auch die Schulden, das sieht aber nur Ill). Die Leute gönnen sich etwas, sie beginnen zu leben, Pläne zu schmieden, sie werden heiter.
Natürlich wäre es an diesem Punkt wichtig zu wissen, was die Bewohner wissen/denken, im Bezug auf den Mord von Ill, dies bedarf aber einer anderen Interpretation.
Der Panther
Der Panther wird am Anfang erwähnt, als Claires Gepäck aufgezählt wird, und dann erst wieder auf Seite 61, wenn ich das richtig beobachtet habe. Für mich steht der Panter in direkter Verbindung zu Ill. Auf Seite 60 hat Ill einen Wutausbruch auf die Güllener und prompt wird erwähnt dass das „böse Kätzchen mit funkelnden Augen“ sich im Nebenzimmer von Claire befindet. Von da an wird der Panther jedes Mal erwähnt, wenn Ill eine Person trifft, oder jemanden um Hilfe bittet. Im Moment des Wutausbruches wird Ill klar was für ein Spiel gespielt wird (oder er bildet es sich ein), er kriegt Angst und versucht sich zu wehren. Der Polizist sowie der Bürgermeister und der Pfarrer sind bewaffnet, es wird gesagt, dies sei um sich gegen den ausgebrochenen Panther zu wehren, für mich heisst das, dass sie sich gegen Ill wehren müssen. Der Panter ist Ills Wut, denn sobald Ill nur noch Angst hat, stirbt der Panther.
Dies ist eine Theorie von mir, ich bin mir noch nicht wirklich sicher ob sie auch Sinn macht.
Mir sind beim Lesen auch noch einige andere Dinge aufgefallen, die ich vielleicht das nächste Mal erläutere. Ich freue mich aufs weiterlesen!
Sonntag, 20. März 2011
Ich will auch mal was sagen
Was fasziniert uns eigentlich alle so an Facebook und Twitter und ähnlichen Seiten? Warum zieht uns das so an? Was früher im Tagebuch stand, steht jetzt auf der Startseite, was früher geheim war, wissen jetzt alle „Freunde“. Und warum? Weil die Menschheit anscheinend den Drang zur Selbstmitteilung entdeckt hat. Wir haben das Gefühl, dass es jeden interessiert, was wir zum Nachtessen hatten, was wir für einen Herzschmerz haben, wo wir uns in diesem Moment gerade befinden, und mit wem wir „ims Loove 4-evaa <3“ sind.
Es ist wohl dieses Verlangen, der Welt zu zeigen ICH BIN DA. Es gibt einem die Möglichkeit, ein Bild von sich selbst zu kreieren und es der Welt zu zeigen. Alle schönen Seiten werden hervorgehoben und alles Andere zeigt man einfach nicht. Bis man sich irgendwann einbildet, wirklich so zu sein, und bei allem was man macht und irgendwie cool ist, sofort überlegt wie das auf Facebook aussehen würde.
Und obwohl alle Facebook Bilder genau gleich aussehen, haben wir dann auch noch das Gefühl, dass wir anders sind als die Anderen, dass wir eben „voll crazzy“ sind, wir wollen uns von der Masse abheben.
So hat die Menschheit also auch den Drang zur Individualität entdeckt. Nur, dass die Meisten die damit prahlen, nicht im Geringsten ihren eigenen Stil haben, sondern einfach den Kleiderlook des nächsten Hippies kopiert haben, sich ungeschminkt ablichten und dann unter das Bild schreiben: „will ich eifach soo bin wieni bin, akzeptiers oder fik dii.“
Dieser Druck, sich selbst finden zu müssen und unbedingt ein eigenes Individuum sein zu müssen, überfordert uns dann doch, sodass wir mit unserem sowieso schon schweren Leben nicht klarkommen, nach Aufmerksamkeit schreien müssen, aber nicht mehr fähig sind unsere Freunde live um Hilfe zu bitten und es deshalb auf Facebook stellen.
Vor 2 Wochen habe ich mich bei Facebook wieder angemeldet und ich bereue es bereits jetzt. Der Zeichnungsstift liegt wider ungenutzt umher, das Buch ist schon fast verstaubt und die Jonglier-Bälle wurden zum Katzenspielzeug degradiert. Und doch bin ich halt auch nur ein Mensch, auch wenn mich das oberflächliche Gelaber nicht mal mehr amüsiert komme ich vom Facebook einfach nicht los.
Sonntag, 13. März 2011
Ort: Zug
Zeit: 2011
Personen
Katja Walder
Er
Sie
Katja Walder sitzt im Zug und verfolgt das Gespräch ihrer Sitznachbarn. Eine Frau blickt in ein rotes Buch.
Sie: Ok, Frag 31. Die chasch: Wie oft gewann Michael Ballak bisher die Abstimmung zum Deutschen Fusballer des Jahres?
Er: (kratzt sich am grauen Bart und putzt sich umständlich die Brille)
Drei mal... Ja, drei mal.
Sie: (nickend und in ihrem Buch kritzelnd)
Saubi. Richtig.
10 Minuten später
Sie: Ok, di letschte 23 Frage hesch chöne, aber jetzt wirds schwerer! Wie lauten die Ruf- und Künstlernamen der folgenden Herren: Artur Antunes Coimbra und Lois Nazario de Lima?
Er: Pele! Der zweite ist Pele!
Sie: Nöd driischüüsse, ganz ruhig. Namal überlegge.
Er: Lis mer namal t Frag vor.
Sie: Wie lauten die Ruf- und Künstlernamen der folgenden Herren: Artur Antunes Coimbra und Lois Nazario de Lima?
Er: Hmmm... Eusebio! Einer von beiden ist Eusebio!
Sie: Nei, falsch, Zico und Ronaldo wäreds gsi.
Er: Frögsch mi namal eini?
Sie: Ok, no eini, defüür chochsch DU hütt Znacht!
Er: Aso guet...
Der Zug hält, Katja Walder steigt aus
Katja Walder: (murmelnd) Koomischi zwei, aber immerhin besser we die wo sich nüt me zsäge händ...
Sonntag, 6. März 2011
Das Theater und ich - Ich und das Theater
.
Ich gebe es zu, ich bin ein absoluter Musical und Theaterfreak. Ich würde sie am liebsten ALLE sehen!
Es beginnt schon wenn ich im Saal sitze, ganz egal ob gross oder klein, wenn das licht aus ist, und dann, plötzlich, geht der Vorhang auf, die Musik beginnt zu spielen und die Scheinwerfer gehen an. Da, in genau diesem Moment beginnt mein Herz stärker zu schlagen und im Bauch kribbelt es. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt, ein Entfliehen aus dem Alltag. Ich könnte den Schauspielern noch Stunden länger zusehen wie sie mir eine Geschichte erzählen, so voller Leidenschaft in ihrem Element, mit dem Wissen wie viel Arbeit hinter so einer Aufführung stecken muss. Und manchmal, manchmal wünsche ich mir selbst dort vorne zu stehen...
Bis jetzt habe ich die Musical-Klassiker wie Cats, Lion King, Tarzan usw. gesehen, dann noch jede menge kleinere und grössere Theater und Muscals in Berlin, im Theater 11, im Bernhard Theater, im Schiffsbau und auf vielen anderen Bühnen in der Schweiz. Hätte ich mehr Zeit und Geld wäre ich wohl jedes Wochenende in einem Theater, aber bekanntlich ist Zeit Geld, und ich habe beides nicht.
Mit Dramentexten habe ich noch überhaupt keine Erfahrung, gelesen habe ich erst die wenigen Dinge die wir im Liceo durchgenommen haben. Somit erhoffe ich mir von diesem Semester mit dieser Materie auf positive Art in Verbindung zu kommen. So dass ich nachher weiss was ein Drama genau ist, und mir auch eine Meinung darüber machen kann, denn momentan kann ich nicht sagen ob Dramentexte spannend sind oder nicht. Ich hoffe auch, dass wir nicht nur alte, klassisch Dramen lesen werden, sondern auch etwas neues zum vergleich.
Ich freue mich auf das Semester und bin am Ende hoffentlich nicht enttäuscht, dass ich nicht mitkommen kann ins Theater finde ich sehr schade.
.