Im heutigen Blog möchte ich mich nochmals mit dem Thema Brutalität und Leid in der Literatur beschäftigen, da ich die Diskussion in der Stunde zwar als spannend, aber nicht zufrieden stellend empfand. Katjas Blog zu diesem Thema habe ich jedoch nicht gelesen, um nicht all zu viele Vorteile aus meinem verspäteten Hochladen zu ziehen.
Ich selbst lese sehr gerne Bücher über leidende Menschen. Sei das eine Autobiografie einer Magersüchtigen, oder eines Kriminellen in Transnistrien. Ich erkläre mir das so, dass ich mich für Lebenssituationen interessiere, die so anders sind als meine.
Ich glaube das ist auch der Grund warum Brutale Geschichten im Allgemeinen gut ankommen. Sie ziehen an mit Provokation und Andersartigkeit.
Die meisten von uns leben mehr oder weniger ein normales Leben, wir haben verhältnismässig genug Geld, eine Ausbildung, wahrscheinlich ziemlich gute Familienverhältnisse und nicht all zu viele Gründe zur Sorge. Und wenn doch sind die Gründe gegenüber einem hungernden Kind in Afrika nicht vertretbar. Was ich damit sagen will ist, dass wir uns ab und zu nach ein wenig Drama sehnen, wir wollen spüren wie es sich anfühlt wenn das Leben anders läuft als unseres, oder wie ein Leben aussieht wenn man es nicht nach den gesellschaftlichen Zwängen und Normen lebt.
Vielleicht gilt das ja auch nur für mich, aber ganz ehrlich: Mein Leben ist so schön, dass ich mich gerne mal in ein „verkacktes“ Leben hinein versetze, das hält mich dann auch irgendwie auf dem Boden und zeigt mir, dass ich glücklicher sein sollte mit dem was ich habe.
Nun aber doch noch zurück auf Sagen, beziehungsweise Iphigenie. Meine oben geschilderte Sicht, merke ich gerade, kann ich nicht wirklich auf Iphigenie beziehen, weil für mich die Kondition besteht, dass ich mich in die Person hinein versetze und mit ihr lebe. Hier jedoch ist dies nicht einmal gewollt. Man soll sich nicht in Iphigenie oder ihren Bruder hinein versetzen. Ist der Anziehungsgrund trotzdem derselbe? Dazu habe ich kräftig im Internet recherchiert und würde bitter enttäuscht. Ausser verschiedenen Foren zum Thema „Wie lese ich meinem Kind Sagen vor ohne dass sie Albträume bekommen von all der Brutalität“ fand ich nichts.
Ich bin also eigentlich noch immer am selben Punkt wie vorher, habe jedoch ein Thema für meinen ersten Punkt in der Modularbeit.
Dienstag, 10. April 2012
Montag, 2. April 2012
Vorlesung von Christian von Aster
Eigentlich finde ich Vorlesungen ja scheisse (äxgüsi wegen der Wortwahl). Ich mag es nicht wie da vorne jemand sitzt und etwas vorliest, dass ich nur zu einem Drittel interessant finde. Ich sitze dann da, beobachte wie mein Hinterteil langsam einschläft und versuche dies durch ständiges hin und her rutschen zu verhindern, mit dem Ergebnis, dass ich noch weniger konzentriert bin auf das was der Typ da vorne erzählt und es mich somit nur noch zu einem Fünftel interessiert.
Wie auch immer, die Stühle waren diesen Dienstag zwar nicht bequemer, dafür die Vorlesung packender. Ich fand ganze sieben Achtel spannend!
Christian von Asters Stimme faszinierte mich schon während seinen ersten par Worten. Dieses raue, kratzende und doch fliessende passte erstaunlich gut zu allen seinen Texten und verlieh jedem Satz noch ein wenig Ironie. Natürlich wusste er die Stimme auch perfekt ein zu setzten und verzog und verstellte sie so, dass ich ganz in die Welt seiner Geschichten eintauchte. Natürlich nützt auch die beste Stimme nichts mit lausigen Texten. Doch auch da überzeugte the man in black auf ganzer Linie mit Witz, Ironie und unglaublicher Wortgewantheit. (Mein Programm zeigt mir zwar gerade an, dass „Wortgewantheit“ nicht existiere, ist mir jedoch herzlich egal.)
Sehr sympathisch war mir Christian von Aster auch, weil er keine Erwartungen an uns als Publikum stellte. Ich habe immer das Gefühl, dass die ganze Vorlesung kaputt geht in dem Moment, wo das betretene Schweigen einsetzt, weil niemand etwas fragen will. Christian wurde wohl auch nicht mit Fragen überhäuft, aber dies schien ihm bereits im Vorhinein klar und anstatt lange in gelangweilte Augen zu blicken überbrückte er mit einem Witz und das ganze nahm ein angenehmes Ende.
Ja, auf so eine Vorlesung hätte ich wieder einmal Lust, denn die war geil!
Wie auch immer, die Stühle waren diesen Dienstag zwar nicht bequemer, dafür die Vorlesung packender. Ich fand ganze sieben Achtel spannend!
Christian von Asters Stimme faszinierte mich schon während seinen ersten par Worten. Dieses raue, kratzende und doch fliessende passte erstaunlich gut zu allen seinen Texten und verlieh jedem Satz noch ein wenig Ironie. Natürlich wusste er die Stimme auch perfekt ein zu setzten und verzog und verstellte sie so, dass ich ganz in die Welt seiner Geschichten eintauchte. Natürlich nützt auch die beste Stimme nichts mit lausigen Texten. Doch auch da überzeugte the man in black auf ganzer Linie mit Witz, Ironie und unglaublicher Wortgewantheit. (Mein Programm zeigt mir zwar gerade an, dass „Wortgewantheit“ nicht existiere, ist mir jedoch herzlich egal.)
Sehr sympathisch war mir Christian von Aster auch, weil er keine Erwartungen an uns als Publikum stellte. Ich habe immer das Gefühl, dass die ganze Vorlesung kaputt geht in dem Moment, wo das betretene Schweigen einsetzt, weil niemand etwas fragen will. Christian wurde wohl auch nicht mit Fragen überhäuft, aber dies schien ihm bereits im Vorhinein klar und anstatt lange in gelangweilte Augen zu blicken überbrückte er mit einem Witz und das ganze nahm ein angenehmes Ende.
Ja, auf so eine Vorlesung hätte ich wieder einmal Lust, denn die war geil!
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