Im heutigen Blog möchte ich mich nochmals mit dem Thema Brutalität und Leid in der Literatur beschäftigen, da ich die Diskussion in der Stunde zwar als spannend, aber nicht zufrieden stellend empfand. Katjas Blog zu diesem Thema habe ich jedoch nicht gelesen, um nicht all zu viele Vorteile aus meinem verspäteten Hochladen zu ziehen.
Ich selbst lese sehr gerne Bücher über leidende Menschen. Sei das eine Autobiografie einer Magersüchtigen, oder eines Kriminellen in Transnistrien. Ich erkläre mir das so, dass ich mich für Lebenssituationen interessiere, die so anders sind als meine.
Ich glaube das ist auch der Grund warum Brutale Geschichten im Allgemeinen gut ankommen. Sie ziehen an mit Provokation und Andersartigkeit.
Die meisten von uns leben mehr oder weniger ein normales Leben, wir haben verhältnismässig genug Geld, eine Ausbildung, wahrscheinlich ziemlich gute Familienverhältnisse und nicht all zu viele Gründe zur Sorge. Und wenn doch sind die Gründe gegenüber einem hungernden Kind in Afrika nicht vertretbar. Was ich damit sagen will ist, dass wir uns ab und zu nach ein wenig Drama sehnen, wir wollen spüren wie es sich anfühlt wenn das Leben anders läuft als unseres, oder wie ein Leben aussieht wenn man es nicht nach den gesellschaftlichen Zwängen und Normen lebt.
Vielleicht gilt das ja auch nur für mich, aber ganz ehrlich: Mein Leben ist so schön, dass ich mich gerne mal in ein „verkacktes“ Leben hinein versetze, das hält mich dann auch irgendwie auf dem Boden und zeigt mir, dass ich glücklicher sein sollte mit dem was ich habe.
Nun aber doch noch zurück auf Sagen, beziehungsweise Iphigenie. Meine oben geschilderte Sicht, merke ich gerade, kann ich nicht wirklich auf Iphigenie beziehen, weil für mich die Kondition besteht, dass ich mich in die Person hinein versetze und mit ihr lebe. Hier jedoch ist dies nicht einmal gewollt. Man soll sich nicht in Iphigenie oder ihren Bruder hinein versetzen. Ist der Anziehungsgrund trotzdem derselbe? Dazu habe ich kräftig im Internet recherchiert und würde bitter enttäuscht. Ausser verschiedenen Foren zum Thema „Wie lese ich meinem Kind Sagen vor ohne dass sie Albträume bekommen von all der Brutalität“ fand ich nichts.
Ich bin also eigentlich noch immer am selben Punkt wie vorher, habe jedoch ein Thema für meinen ersten Punkt in der Modularbeit.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen