Montag, 2. April 2012

Vorlesung von Christian von Aster

Eigentlich finde ich Vorlesungen ja scheisse (äxgüsi wegen der Wortwahl). Ich mag es nicht wie da vorne jemand sitzt und etwas vorliest, dass ich nur zu einem Drittel interessant finde. Ich sitze dann da, beobachte wie mein Hinterteil langsam einschläft und versuche dies durch ständiges hin und her rutschen zu verhindern, mit dem Ergebnis, dass ich noch weniger konzentriert bin auf das was der Typ da vorne erzählt und es mich somit nur noch zu einem Fünftel interessiert.

Wie auch immer, die Stühle waren diesen Dienstag zwar nicht bequemer, dafür die Vorlesung packender. Ich fand ganze sieben Achtel spannend!
Christian von Asters Stimme faszinierte mich schon während seinen ersten par Worten. Dieses raue, kratzende und doch fliessende passte erstaunlich gut zu allen seinen Texten und verlieh jedem Satz noch ein wenig Ironie. Natürlich wusste er die Stimme auch perfekt ein zu setzten und verzog und verstellte sie so, dass ich ganz in die Welt seiner Geschichten eintauchte. Natürlich nützt auch die beste Stimme nichts mit lausigen Texten. Doch auch da überzeugte the man in black auf ganzer Linie mit Witz, Ironie und unglaublicher Wortgewantheit. (Mein Programm zeigt mir zwar gerade an, dass „Wortgewantheit“ nicht existiere, ist mir jedoch herzlich egal.)

Sehr sympathisch war mir Christian von Aster auch, weil er keine Erwartungen an uns als Publikum stellte. Ich habe immer das Gefühl, dass die ganze Vorlesung kaputt geht in dem Moment, wo das betretene Schweigen einsetzt, weil niemand etwas fragen will. Christian wurde wohl auch nicht mit Fragen überhäuft, aber dies schien ihm bereits im Vorhinein klar und anstatt lange in gelangweilte Augen zu blicken überbrückte er mit einem Witz und das ganze nahm ein angenehmes Ende.

Ja, auf so eine Vorlesung hätte ich wieder einmal Lust, denn die war geil!

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