Dienstag, 10. April 2012

Das Drama der Anderen

Im heutigen Blog möchte ich mich nochmals mit dem Thema Brutalität und Leid in der Literatur beschäftigen, da ich die Diskussion in der Stunde zwar als spannend, aber nicht zufrieden stellend empfand. Katjas Blog zu diesem Thema habe ich jedoch nicht gelesen, um nicht all zu viele Vorteile aus meinem verspäteten Hochladen zu ziehen.

Ich selbst lese sehr gerne Bücher über leidende Menschen. Sei das eine Autobiografie einer Magersüchtigen, oder eines Kriminellen in Transnistrien. Ich erkläre mir das so, dass ich mich für Lebenssituationen interessiere, die so anders sind als meine.
Ich glaube das ist auch der Grund warum Brutale Geschichten im Allgemeinen gut ankommen. Sie ziehen an mit Provokation und Andersartigkeit.
Die meisten von uns leben mehr oder weniger ein normales Leben, wir haben verhältnismässig genug Geld, eine Ausbildung, wahrscheinlich ziemlich gute Familienverhältnisse und nicht all zu viele Gründe zur Sorge. Und wenn doch sind die Gründe gegenüber einem hungernden Kind in Afrika nicht vertretbar. Was ich damit sagen will ist, dass wir uns ab und zu nach ein wenig Drama sehnen, wir wollen spüren wie es sich anfühlt wenn das Leben anders läuft als unseres, oder wie ein Leben aussieht wenn man es nicht nach den gesellschaftlichen Zwängen und Normen lebt.
Vielleicht gilt das ja auch nur für mich, aber ganz ehrlich: Mein Leben ist so schön, dass ich mich gerne mal in ein „verkacktes“ Leben hinein versetze, das hält mich dann auch irgendwie auf dem Boden und zeigt mir, dass ich glücklicher sein sollte mit dem was ich habe.

Nun aber doch noch zurück auf Sagen, beziehungsweise Iphigenie. Meine oben geschilderte Sicht, merke ich gerade, kann ich nicht wirklich auf Iphigenie beziehen, weil für mich die Kondition besteht, dass ich mich in die Person hinein versetze und mit ihr lebe. Hier jedoch ist dies nicht einmal gewollt. Man soll sich nicht in Iphigenie oder ihren Bruder hinein versetzen. Ist der Anziehungsgrund trotzdem derselbe? Dazu habe ich kräftig im Internet recherchiert und würde bitter enttäuscht. Ausser verschiedenen Foren zum Thema „Wie lese ich meinem Kind Sagen vor ohne dass sie Albträume bekommen von all der Brutalität“ fand ich nichts. 
Ich bin also eigentlich noch immer am selben Punkt wie vorher, habe jedoch ein Thema für meinen ersten Punkt in der Modularbeit.

Montag, 2. April 2012

Vorlesung von Christian von Aster

Eigentlich finde ich Vorlesungen ja scheisse (äxgüsi wegen der Wortwahl). Ich mag es nicht wie da vorne jemand sitzt und etwas vorliest, dass ich nur zu einem Drittel interessant finde. Ich sitze dann da, beobachte wie mein Hinterteil langsam einschläft und versuche dies durch ständiges hin und her rutschen zu verhindern, mit dem Ergebnis, dass ich noch weniger konzentriert bin auf das was der Typ da vorne erzählt und es mich somit nur noch zu einem Fünftel interessiert.

Wie auch immer, die Stühle waren diesen Dienstag zwar nicht bequemer, dafür die Vorlesung packender. Ich fand ganze sieben Achtel spannend!
Christian von Asters Stimme faszinierte mich schon während seinen ersten par Worten. Dieses raue, kratzende und doch fliessende passte erstaunlich gut zu allen seinen Texten und verlieh jedem Satz noch ein wenig Ironie. Natürlich wusste er die Stimme auch perfekt ein zu setzten und verzog und verstellte sie so, dass ich ganz in die Welt seiner Geschichten eintauchte. Natürlich nützt auch die beste Stimme nichts mit lausigen Texten. Doch auch da überzeugte the man in black auf ganzer Linie mit Witz, Ironie und unglaublicher Wortgewantheit. (Mein Programm zeigt mir zwar gerade an, dass „Wortgewantheit“ nicht existiere, ist mir jedoch herzlich egal.)

Sehr sympathisch war mir Christian von Aster auch, weil er keine Erwartungen an uns als Publikum stellte. Ich habe immer das Gefühl, dass die ganze Vorlesung kaputt geht in dem Moment, wo das betretene Schweigen einsetzt, weil niemand etwas fragen will. Christian wurde wohl auch nicht mit Fragen überhäuft, aber dies schien ihm bereits im Vorhinein klar und anstatt lange in gelangweilte Augen zu blicken überbrückte er mit einem Witz und das ganze nahm ein angenehmes Ende.

Ja, auf so eine Vorlesung hätte ich wieder einmal Lust, denn die war geil!

Samstag, 24. März 2012

Prometheus uf Schwizerdütsch

Chum verdeck de Himmel mit Wulche
spil wie en Rotzgof wo Distle chöpft,
mit Eiche und Berggipfel.
Aber lah mer mini Wält stah,
mis Hüttl wo du kein Finger defür krümmt häsch,
und min Herd, wot eh nur nidisch druf bisch.

Ich känn nüt trurigers
under de Sunne we eu Götter
ihr, wo eus usnützed
und vo eusne Gebät läbed.
Ja easy Cheffe
Ihr wäred nüt ohni eus!

Wonich na es chind gsi bin
und nüme gwüsst han wie wiiter
hani schoklar in Himmel gluegt
i de Hoffnig, deet obe seg es Ohr
wo mir zuelost und es Herz wie mis
wo mich tröstet.

Wer hät mir gäg di übermüetige Titane ghulfe?
Wer hät mich
vorem verrecke grettet?
Vorem versklavt werde?
bisch das öpe du gsi Zeus?
Antstatt mir zhälfe bisch du am schlafe gsi!

Und jetzt söll ich dich ehre? für was?
Häsch du jeh mini schmerze glinderet
wänn mir alles zvil worde isch?
Häsch du jeh mini Träne tröchnet
wänn ich mich vor Angst verchroche han?

Schlussändlich hät mich
t Ziit und s Schicksal zume rächte Ma gmacht
und nöd du

Du wetsch doch nur,
dass ich s läbe hasse,
it Wüesti flüchte
nur wil hüt nöd das isch
was ich als chind dänkt es wird si?

Und jetzt hock ich da, kreiere Mänsche
so wies mir passt
Es gschlächt wo isch wie ich
wo so liide, brüele
gnüsse, freue
und dich verachte chan
wie ich.


Ich habe versucht, das Gedicht so zu schreiben, wie jemand es in meinem Alter vielleicht sagen würde. Da auch bei den deutschen Mundart Versionen viel geändert wurde, nahm ich mir die Freiheit einige Sätze ganz um zu schreiben und nur den Sinn zu bewahren.
Die Aufgabe viel mir nicht sehr schwer, ich merkte, dass es mir am besten gelingt, wenn ich mich nicht zu fest auf die original Version konzentriere, sondern zuerst eine Grobfassung auf Schweizerdeutsch schreibe, und dann an dieser weiter arbeite.

Montag, 12. März 2012

Antwort auf 4. Dezember

Ach! Mein lieber, wie ich mit dir fühle! Wenn du wüstest, wie mir fast das Herze reisst bei deinen Worten. Warum - frage ich mich bloss - warum gingst du zurück? Lottes Worte kreisen mir im Kopfe umher. Ja, du bist krank, in dein eigenes Verderben schaukelst du dich. Währst du ein weiser Mann - und Gott weis davon bin ich überzeugt - würdest du das Weite suchen. Laufe davon und finde dich selbst an einem neuen Ort. Rette dich, geh mit dem Winde des nächsten Tages, suche die Erlösung in der Natur. Die Welt wartet auf dich mit allen schönen Dingen, auch wenn du es nicht glauben magst. Luft kannst du dir nur machen, wenn du neue Wege suchst.
In Gedanken bin ich stets bei dir, in tiefster Hoffnung du mögest einen klaren Kopf finden.