Im heutigen Blog möchte ich mich nochmals mit dem Thema Brutalität und Leid in der Literatur beschäftigen, da ich die Diskussion in der Stunde zwar als spannend, aber nicht zufrieden stellend empfand. Katjas Blog zu diesem Thema habe ich jedoch nicht gelesen, um nicht all zu viele Vorteile aus meinem verspäteten Hochladen zu ziehen.
Ich selbst lese sehr gerne Bücher über leidende Menschen. Sei das eine Autobiografie einer Magersüchtigen, oder eines Kriminellen in Transnistrien. Ich erkläre mir das so, dass ich mich für Lebenssituationen interessiere, die so anders sind als meine.
Ich glaube das ist auch der Grund warum Brutale Geschichten im Allgemeinen gut ankommen. Sie ziehen an mit Provokation und Andersartigkeit.
Die meisten von uns leben mehr oder weniger ein normales Leben, wir haben verhältnismässig genug Geld, eine Ausbildung, wahrscheinlich ziemlich gute Familienverhältnisse und nicht all zu viele Gründe zur Sorge. Und wenn doch sind die Gründe gegenüber einem hungernden Kind in Afrika nicht vertretbar. Was ich damit sagen will ist, dass wir uns ab und zu nach ein wenig Drama sehnen, wir wollen spüren wie es sich anfühlt wenn das Leben anders läuft als unseres, oder wie ein Leben aussieht wenn man es nicht nach den gesellschaftlichen Zwängen und Normen lebt.
Vielleicht gilt das ja auch nur für mich, aber ganz ehrlich: Mein Leben ist so schön, dass ich mich gerne mal in ein „verkacktes“ Leben hinein versetze, das hält mich dann auch irgendwie auf dem Boden und zeigt mir, dass ich glücklicher sein sollte mit dem was ich habe.
Nun aber doch noch zurück auf Sagen, beziehungsweise Iphigenie. Meine oben geschilderte Sicht, merke ich gerade, kann ich nicht wirklich auf Iphigenie beziehen, weil für mich die Kondition besteht, dass ich mich in die Person hinein versetze und mit ihr lebe. Hier jedoch ist dies nicht einmal gewollt. Man soll sich nicht in Iphigenie oder ihren Bruder hinein versetzen. Ist der Anziehungsgrund trotzdem derselbe? Dazu habe ich kräftig im Internet recherchiert und würde bitter enttäuscht. Ausser verschiedenen Foren zum Thema „Wie lese ich meinem Kind Sagen vor ohne dass sie Albträume bekommen von all der Brutalität“ fand ich nichts.
Ich bin also eigentlich noch immer am selben Punkt wie vorher, habe jedoch ein Thema für meinen ersten Punkt in der Modularbeit.
Liceoworks
Dienstag, 10. April 2012
Montag, 2. April 2012
Vorlesung von Christian von Aster
Eigentlich finde ich Vorlesungen ja scheisse (äxgüsi wegen der Wortwahl). Ich mag es nicht wie da vorne jemand sitzt und etwas vorliest, dass ich nur zu einem Drittel interessant finde. Ich sitze dann da, beobachte wie mein Hinterteil langsam einschläft und versuche dies durch ständiges hin und her rutschen zu verhindern, mit dem Ergebnis, dass ich noch weniger konzentriert bin auf das was der Typ da vorne erzählt und es mich somit nur noch zu einem Fünftel interessiert.
Wie auch immer, die Stühle waren diesen Dienstag zwar nicht bequemer, dafür die Vorlesung packender. Ich fand ganze sieben Achtel spannend!
Christian von Asters Stimme faszinierte mich schon während seinen ersten par Worten. Dieses raue, kratzende und doch fliessende passte erstaunlich gut zu allen seinen Texten und verlieh jedem Satz noch ein wenig Ironie. Natürlich wusste er die Stimme auch perfekt ein zu setzten und verzog und verstellte sie so, dass ich ganz in die Welt seiner Geschichten eintauchte. Natürlich nützt auch die beste Stimme nichts mit lausigen Texten. Doch auch da überzeugte the man in black auf ganzer Linie mit Witz, Ironie und unglaublicher Wortgewantheit. (Mein Programm zeigt mir zwar gerade an, dass „Wortgewantheit“ nicht existiere, ist mir jedoch herzlich egal.)
Sehr sympathisch war mir Christian von Aster auch, weil er keine Erwartungen an uns als Publikum stellte. Ich habe immer das Gefühl, dass die ganze Vorlesung kaputt geht in dem Moment, wo das betretene Schweigen einsetzt, weil niemand etwas fragen will. Christian wurde wohl auch nicht mit Fragen überhäuft, aber dies schien ihm bereits im Vorhinein klar und anstatt lange in gelangweilte Augen zu blicken überbrückte er mit einem Witz und das ganze nahm ein angenehmes Ende.
Ja, auf so eine Vorlesung hätte ich wieder einmal Lust, denn die war geil!
Wie auch immer, die Stühle waren diesen Dienstag zwar nicht bequemer, dafür die Vorlesung packender. Ich fand ganze sieben Achtel spannend!
Christian von Asters Stimme faszinierte mich schon während seinen ersten par Worten. Dieses raue, kratzende und doch fliessende passte erstaunlich gut zu allen seinen Texten und verlieh jedem Satz noch ein wenig Ironie. Natürlich wusste er die Stimme auch perfekt ein zu setzten und verzog und verstellte sie so, dass ich ganz in die Welt seiner Geschichten eintauchte. Natürlich nützt auch die beste Stimme nichts mit lausigen Texten. Doch auch da überzeugte the man in black auf ganzer Linie mit Witz, Ironie und unglaublicher Wortgewantheit. (Mein Programm zeigt mir zwar gerade an, dass „Wortgewantheit“ nicht existiere, ist mir jedoch herzlich egal.)
Sehr sympathisch war mir Christian von Aster auch, weil er keine Erwartungen an uns als Publikum stellte. Ich habe immer das Gefühl, dass die ganze Vorlesung kaputt geht in dem Moment, wo das betretene Schweigen einsetzt, weil niemand etwas fragen will. Christian wurde wohl auch nicht mit Fragen überhäuft, aber dies schien ihm bereits im Vorhinein klar und anstatt lange in gelangweilte Augen zu blicken überbrückte er mit einem Witz und das ganze nahm ein angenehmes Ende.
Ja, auf so eine Vorlesung hätte ich wieder einmal Lust, denn die war geil!
Samstag, 24. März 2012
Prometheus uf Schwizerdütsch
Chum verdeck de Himmel mit Wulche
spil wie en Rotzgof wo Distle chöpft,
mit Eiche und Berggipfel.
Aber lah mer mini Wält stah,
mis Hüttl wo du kein Finger defür krümmt häsch,
und min Herd, wot eh nur nidisch druf bisch.
Ich känn nüt trurigers
under de Sunne we eu Götter
ihr, wo eus usnützed
und vo eusne Gebät läbed.
Ja easy Cheffe
Ihr wäred nüt ohni eus!
Wonich na es chind gsi bin
und nüme gwüsst han wie wiiter
hani schoklar in Himmel gluegt
i de Hoffnig, deet obe seg es Ohr
wo mir zuelost und es Herz wie mis
wo mich tröstet.
Wer hät mir gäg di übermüetige Titane ghulfe?
Wer hät mich
vorem verrecke grettet?
Vorem versklavt werde?
bisch das öpe du gsi Zeus?
Antstatt mir zhälfe bisch du am schlafe gsi!
Und jetzt söll ich dich ehre? für was?
Häsch du jeh mini schmerze glinderet
wänn mir alles zvil worde isch?
Häsch du jeh mini Träne tröchnet
wänn ich mich vor Angst verchroche han?
Schlussändlich hät mich
t Ziit und s Schicksal zume rächte Ma gmacht
und nöd du
Du wetsch doch nur,
dass ich s läbe hasse,
it Wüesti flüchte
nur wil hüt nöd das isch
was ich als chind dänkt es wird si?
Und jetzt hock ich da, kreiere Mänsche
so wies mir passt
Es gschlächt wo isch wie ich
wo so liide, brüele
gnüsse, freue
und dich verachte chan
wie ich.
Ich habe versucht, das Gedicht so zu schreiben, wie jemand es in meinem Alter vielleicht sagen würde. Da auch bei den deutschen Mundart Versionen viel geändert wurde, nahm ich mir die Freiheit einige Sätze ganz um zu schreiben und nur den Sinn zu bewahren.
Die Aufgabe viel mir nicht sehr schwer, ich merkte, dass es mir am besten gelingt, wenn ich mich nicht zu fest auf die original Version konzentriere, sondern zuerst eine Grobfassung auf Schweizerdeutsch schreibe, und dann an dieser weiter arbeite.
spil wie en Rotzgof wo Distle chöpft,
mit Eiche und Berggipfel.
Aber lah mer mini Wält stah,
mis Hüttl wo du kein Finger defür krümmt häsch,
und min Herd, wot eh nur nidisch druf bisch.
Ich känn nüt trurigers
under de Sunne we eu Götter
ihr, wo eus usnützed
und vo eusne Gebät läbed.
Ja easy Cheffe
Ihr wäred nüt ohni eus!
Wonich na es chind gsi bin
und nüme gwüsst han wie wiiter
hani schoklar in Himmel gluegt
i de Hoffnig, deet obe seg es Ohr
wo mir zuelost und es Herz wie mis
wo mich tröstet.
Wer hät mir gäg di übermüetige Titane ghulfe?
Wer hät mich
vorem verrecke grettet?
Vorem versklavt werde?
bisch das öpe du gsi Zeus?
Antstatt mir zhälfe bisch du am schlafe gsi!
Und jetzt söll ich dich ehre? für was?
Häsch du jeh mini schmerze glinderet
wänn mir alles zvil worde isch?
Häsch du jeh mini Träne tröchnet
wänn ich mich vor Angst verchroche han?
Schlussändlich hät mich
t Ziit und s Schicksal zume rächte Ma gmacht
und nöd du
Du wetsch doch nur,
dass ich s läbe hasse,
it Wüesti flüchte
nur wil hüt nöd das isch
was ich als chind dänkt es wird si?
Und jetzt hock ich da, kreiere Mänsche
so wies mir passt
Es gschlächt wo isch wie ich
wo so liide, brüele
gnüsse, freue
und dich verachte chan
wie ich.
Ich habe versucht, das Gedicht so zu schreiben, wie jemand es in meinem Alter vielleicht sagen würde. Da auch bei den deutschen Mundart Versionen viel geändert wurde, nahm ich mir die Freiheit einige Sätze ganz um zu schreiben und nur den Sinn zu bewahren.
Die Aufgabe viel mir nicht sehr schwer, ich merkte, dass es mir am besten gelingt, wenn ich mich nicht zu fest auf die original Version konzentriere, sondern zuerst eine Grobfassung auf Schweizerdeutsch schreibe, und dann an dieser weiter arbeite.
Montag, 12. März 2012
Antwort auf 4. Dezember
Ach! Mein lieber, wie ich mit dir fühle! Wenn du wüstest, wie mir fast das Herze reisst bei deinen Worten. Warum - frage ich mich bloss - warum gingst du zurück? Lottes Worte kreisen mir im Kopfe umher. Ja, du bist krank, in dein eigenes Verderben schaukelst du dich. Währst du ein weiser Mann - und Gott weis davon bin ich überzeugt - würdest du das Weite suchen. Laufe davon und finde dich selbst an einem neuen Ort. Rette dich, geh mit dem Winde des nächsten Tages, suche die Erlösung in der Natur. Die Welt wartet auf dich mit allen schönen Dingen, auch wenn du es nicht glauben magst. Luft kannst du dir nur machen, wenn du neue Wege suchst.
In Gedanken bin ich stets bei dir, in tiefster Hoffnung du mögest einen klaren Kopf finden.
In Gedanken bin ich stets bei dir, in tiefster Hoffnung du mögest einen klaren Kopf finden.
Montag, 20. Juni 2011
Guten Tag Frau Zgraggen
Frau Zgraggen es ist so: Seit zwei Jahren wird das Leben der Klasse 2a1 durch Alpträume aufgrund wöchentlichen Blogeinträgen dominiert. Woche für Woche machen wir uns von Montag bis Samstag Gedanken, wie wir am Sonntag unseren Lehrer, Herr Lutz, mit unseren fabelhaften Texten überzeugen könnten. Noch schlimmer werden die Alpträume wenn eine Modularbeit bevorsteht, denn dann arbeiten wir Tag und Nacht um unsere Punkte irgend wie auf die Reihe zu bringen. Das schrecklichste in dieser Zeit ist, wenn wir in den Deutschstunden im Facebook hängen müssen und die Zeit nicht für unsere Arbeiten nutzen dürfen.
Trotz unseren Anstrengungen und diversen Taktiken, besteht Herr Lutz darauf, uns immer die gleiche Note zu geben, oder mit dem Würfel zu entscheiden.
Spass bei Seite. Grundsätzlich bin ich mit dem Deutschunterricht zufrieden, nur habe ich im Moment genug von Blogs und Modularbeiten. Weiter hoffe ich, dass Ihre Notengabe Transparenter und verständlicher als die von Herr Lutz ist.
Mein Wunsch wäre kreatives Schreiben, aber wie ich hören durfte, war dies auch Ihr Plan. Ich hoffe, dass Sie Ihren Unterricht interessant und abwechslungsreich gestalten, dass sie humorvoll und kompetent sind und, dass wir mit Ihnen eine gute Zeit haben und eine Menge lernen.
Weitere konkrete Bitten oder Wünsche habe ich nicht.
Sie werden sehen, mit einem guten Lehrer sind wir eine angenehme, aufgestellte und kooperative Klasse. Ich hoffe Sie freuen sich!
Herzlichst und bis bald
Cecile Kühn
Trotz unseren Anstrengungen und diversen Taktiken, besteht Herr Lutz darauf, uns immer die gleiche Note zu geben, oder mit dem Würfel zu entscheiden.
Spass bei Seite. Grundsätzlich bin ich mit dem Deutschunterricht zufrieden, nur habe ich im Moment genug von Blogs und Modularbeiten. Weiter hoffe ich, dass Ihre Notengabe Transparenter und verständlicher als die von Herr Lutz ist.
Mein Wunsch wäre kreatives Schreiben, aber wie ich hören durfte, war dies auch Ihr Plan. Ich hoffe, dass Sie Ihren Unterricht interessant und abwechslungsreich gestalten, dass sie humorvoll und kompetent sind und, dass wir mit Ihnen eine gute Zeit haben und eine Menge lernen.
Weitere konkrete Bitten oder Wünsche habe ich nicht.
Sie werden sehen, mit einem guten Lehrer sind wir eine angenehme, aufgestellte und kooperative Klasse. Ich hoffe Sie freuen sich!
Herzlichst und bis bald
Cecile Kühn
Samstag, 26. März 2011
Erste Gedanken
„Isch das Buech guet?“, fragte ich zweifelnd Nora neben mir als Herr Lutz uns das Buch „Der Besuch der alten Dame“ verteilte. Doch schon nach den ersten paar Seiten merkte ich, dass ich nicht zu zweifeln brauchte; es IST ein gutes Buch. Es hat mich innert kürzester Zeit in seinen Bann gezogen, so habe ich nicht nur den ersten Akt gelesen, wie es die Aufgabe war, sondern bin schon am Freitag bei Seite 102 angekommen.
Auf Seite 72 stoppte ich kurz um einige Fragen zu formulieren, ohne viel nachzudenken:
Was hat Claire vor? Wie sieht ihr Plan aus?
Wissen die Bewohner der Stadt über das Vorhaben von Claire Bescheid?
Was wird mit Ill geschehen?
Was hat es mit den gelben Schuhen auf sich?
Welche Personen sind „Falsche Schlangen“?
Welche Rolle werden die beiden Blinden weiter spielen? Warum der Panther?
Einige der Fragen sind (noch) nicht abschliessend möglich zu beantworten, aber ich habe mich auf die Suche der Antwort auf die Frage nach den gelben Schuhen und dem Panther gemacht. Ich denke, dass beide eine symbolische Stellung haben.
Die Gelben Schuhe.
Auf den Seiten 59 und 60 stellt Ill fest, dass der Erste, der Zweite und die beiden Frauen neue gelbe Schuhe haben. In derselben Szene kaufen die vier bei Ill Dinge ein, die sie sich eigentlich nicht leisten können und lassen dafür anschreiben.
Meine Recherchen zeigen mir zwei verschiedene Aspekte von Gelb. Zum einen sagt mir unter anderem Wikipedia, dass Gelb für Neid, Gier und Egoismus stehe. Zum anderen sagt www.seilnacht.com Gelb stehe für das Gedeihen des Lebendigen und das Heitere.
Meiner Meinung nach passen beide Interpretationen zu der Geschichte. Nehmen wir zuerst Neid, Gier und Egoismus: Die Stadtbewohner ahnen, bewusst oder unbewusst, dass bald mehr Reichtum kommen wird. Sie leben schon so lange sparsam, arm und neidisch auf Geld, dass sie nun, da sie das Geld schon riechen können, sofort gierig werden und sich alles gönnen, was sie zuvor nicht hatten. Sie sind in diesem Moment auch egoistisch, da sie nicht daran denken, ob sie dies alles überhaupt einmal zurückzahlen können.
Auch die zweite Interpretation der Farbe; Gedeihen des Lebendigen und Heiteren passt. Der Reichtum der Stadt steigt (auch die Schulden, das sieht aber nur Ill). Die Leute gönnen sich etwas, sie beginnen zu leben, Pläne zu schmieden, sie werden heiter.
Natürlich wäre es an diesem Punkt wichtig zu wissen, was die Bewohner wissen/denken, im Bezug auf den Mord von Ill, dies bedarf aber einer anderen Interpretation.
Der Panther
Der Panther wird am Anfang erwähnt, als Claires Gepäck aufgezählt wird, und dann erst wieder auf Seite 61, wenn ich das richtig beobachtet habe. Für mich steht der Panter in direkter Verbindung zu Ill. Auf Seite 60 hat Ill einen Wutausbruch auf die Güllener und prompt wird erwähnt dass das „böse Kätzchen mit funkelnden Augen“ sich im Nebenzimmer von Claire befindet. Von da an wird der Panther jedes Mal erwähnt, wenn Ill eine Person trifft, oder jemanden um Hilfe bittet. Im Moment des Wutausbruches wird Ill klar was für ein Spiel gespielt wird (oder er bildet es sich ein), er kriegt Angst und versucht sich zu wehren. Der Polizist sowie der Bürgermeister und der Pfarrer sind bewaffnet, es wird gesagt, dies sei um sich gegen den ausgebrochenen Panther zu wehren, für mich heisst das, dass sie sich gegen Ill wehren müssen. Der Panter ist Ills Wut, denn sobald Ill nur noch Angst hat, stirbt der Panther.
Dies ist eine Theorie von mir, ich bin mir noch nicht wirklich sicher ob sie auch Sinn macht.
Mir sind beim Lesen auch noch einige andere Dinge aufgefallen, die ich vielleicht das nächste Mal erläutere. Ich freue mich aufs weiterlesen!
Auf Seite 72 stoppte ich kurz um einige Fragen zu formulieren, ohne viel nachzudenken:
Was hat Claire vor? Wie sieht ihr Plan aus?
Wissen die Bewohner der Stadt über das Vorhaben von Claire Bescheid?
Was wird mit Ill geschehen?
Was hat es mit den gelben Schuhen auf sich?
Welche Personen sind „Falsche Schlangen“?
Welche Rolle werden die beiden Blinden weiter spielen? Warum der Panther?
Einige der Fragen sind (noch) nicht abschliessend möglich zu beantworten, aber ich habe mich auf die Suche der Antwort auf die Frage nach den gelben Schuhen und dem Panther gemacht. Ich denke, dass beide eine symbolische Stellung haben.
Die Gelben Schuhe.
Auf den Seiten 59 und 60 stellt Ill fest, dass der Erste, der Zweite und die beiden Frauen neue gelbe Schuhe haben. In derselben Szene kaufen die vier bei Ill Dinge ein, die sie sich eigentlich nicht leisten können und lassen dafür anschreiben.
Meine Recherchen zeigen mir zwei verschiedene Aspekte von Gelb. Zum einen sagt mir unter anderem Wikipedia, dass Gelb für Neid, Gier und Egoismus stehe. Zum anderen sagt www.seilnacht.com Gelb stehe für das Gedeihen des Lebendigen und das Heitere.
Meiner Meinung nach passen beide Interpretationen zu der Geschichte. Nehmen wir zuerst Neid, Gier und Egoismus: Die Stadtbewohner ahnen, bewusst oder unbewusst, dass bald mehr Reichtum kommen wird. Sie leben schon so lange sparsam, arm und neidisch auf Geld, dass sie nun, da sie das Geld schon riechen können, sofort gierig werden und sich alles gönnen, was sie zuvor nicht hatten. Sie sind in diesem Moment auch egoistisch, da sie nicht daran denken, ob sie dies alles überhaupt einmal zurückzahlen können.
Auch die zweite Interpretation der Farbe; Gedeihen des Lebendigen und Heiteren passt. Der Reichtum der Stadt steigt (auch die Schulden, das sieht aber nur Ill). Die Leute gönnen sich etwas, sie beginnen zu leben, Pläne zu schmieden, sie werden heiter.
Natürlich wäre es an diesem Punkt wichtig zu wissen, was die Bewohner wissen/denken, im Bezug auf den Mord von Ill, dies bedarf aber einer anderen Interpretation.
Der Panther
Der Panther wird am Anfang erwähnt, als Claires Gepäck aufgezählt wird, und dann erst wieder auf Seite 61, wenn ich das richtig beobachtet habe. Für mich steht der Panter in direkter Verbindung zu Ill. Auf Seite 60 hat Ill einen Wutausbruch auf die Güllener und prompt wird erwähnt dass das „böse Kätzchen mit funkelnden Augen“ sich im Nebenzimmer von Claire befindet. Von da an wird der Panther jedes Mal erwähnt, wenn Ill eine Person trifft, oder jemanden um Hilfe bittet. Im Moment des Wutausbruches wird Ill klar was für ein Spiel gespielt wird (oder er bildet es sich ein), er kriegt Angst und versucht sich zu wehren. Der Polizist sowie der Bürgermeister und der Pfarrer sind bewaffnet, es wird gesagt, dies sei um sich gegen den ausgebrochenen Panther zu wehren, für mich heisst das, dass sie sich gegen Ill wehren müssen. Der Panter ist Ills Wut, denn sobald Ill nur noch Angst hat, stirbt der Panther.
Dies ist eine Theorie von mir, ich bin mir noch nicht wirklich sicher ob sie auch Sinn macht.
Mir sind beim Lesen auch noch einige andere Dinge aufgefallen, die ich vielleicht das nächste Mal erläutere. Ich freue mich aufs weiterlesen!
Sonntag, 20. März 2011
Ich will auch mal was sagen
Ich habe vor zwei Monaten Facebook gelöscht. Ja, ich habe es tatsächlich geschafft, obwohl ich täglich mindestens eine Stunde auf dieser Seite verbrachte, konnte ich mich doch dazu durchringen einen Schlussstrich zu ziehen. Es nervte mich den Grossteil meiner Freizeit im Internet zu verbringen und trotzdem hatte ich nicht die Disziplin es einfach zu reduzieren. Goodbye Facebook hiess es also, und ich hatte plötzlich Unmengen von Zeit die ich füllen konnte.
Was fasziniert uns eigentlich alle so an Facebook und Twitter und ähnlichen Seiten? Warum zieht uns das so an? Was früher im Tagebuch stand, steht jetzt auf der Startseite, was früher geheim war, wissen jetzt alle „Freunde“. Und warum? Weil die Menschheit anscheinend den Drang zur Selbstmitteilung entdeckt hat. Wir haben das Gefühl, dass es jeden interessiert, was wir zum Nachtessen hatten, was wir für einen Herzschmerz haben, wo wir uns in diesem Moment gerade befinden, und mit wem wir „ims Loove 4-evaa <3“ sind.
Es ist wohl dieses Verlangen, der Welt zu zeigen ICH BIN DA. Es gibt einem die Möglichkeit, ein Bild von sich selbst zu kreieren und es der Welt zu zeigen. Alle schönen Seiten werden hervorgehoben und alles Andere zeigt man einfach nicht. Bis man sich irgendwann einbildet, wirklich so zu sein, und bei allem was man macht und irgendwie cool ist, sofort überlegt wie das auf Facebook aussehen würde.
Und obwohl alle Facebook Bilder genau gleich aussehen, haben wir dann auch noch das Gefühl, dass wir anders sind als die Anderen, dass wir eben „voll crazzy“ sind, wir wollen uns von der Masse abheben.
So hat die Menschheit also auch den Drang zur Individualität entdeckt. Nur, dass die Meisten die damit prahlen, nicht im Geringsten ihren eigenen Stil haben, sondern einfach den Kleiderlook des nächsten Hippies kopiert haben, sich ungeschminkt ablichten und dann unter das Bild schreiben: „will ich eifach soo bin wieni bin, akzeptiers oder fik dii.“
Dieser Druck, sich selbst finden zu müssen und unbedingt ein eigenes Individuum sein zu müssen, überfordert uns dann doch, sodass wir mit unserem sowieso schon schweren Leben nicht klarkommen, nach Aufmerksamkeit schreien müssen, aber nicht mehr fähig sind unsere Freunde live um Hilfe zu bitten und es deshalb auf Facebook stellen.
Vor 2 Wochen habe ich mich bei Facebook wieder angemeldet und ich bereue es bereits jetzt. Der Zeichnungsstift liegt wider ungenutzt umher, das Buch ist schon fast verstaubt und die Jonglier-Bälle wurden zum Katzenspielzeug degradiert. Und doch bin ich halt auch nur ein Mensch, auch wenn mich das oberflächliche Gelaber nicht mal mehr amüsiert komme ich vom Facebook einfach nicht los.
Was fasziniert uns eigentlich alle so an Facebook und Twitter und ähnlichen Seiten? Warum zieht uns das so an? Was früher im Tagebuch stand, steht jetzt auf der Startseite, was früher geheim war, wissen jetzt alle „Freunde“. Und warum? Weil die Menschheit anscheinend den Drang zur Selbstmitteilung entdeckt hat. Wir haben das Gefühl, dass es jeden interessiert, was wir zum Nachtessen hatten, was wir für einen Herzschmerz haben, wo wir uns in diesem Moment gerade befinden, und mit wem wir „ims Loove 4-evaa <3“ sind.
Es ist wohl dieses Verlangen, der Welt zu zeigen ICH BIN DA. Es gibt einem die Möglichkeit, ein Bild von sich selbst zu kreieren und es der Welt zu zeigen. Alle schönen Seiten werden hervorgehoben und alles Andere zeigt man einfach nicht. Bis man sich irgendwann einbildet, wirklich so zu sein, und bei allem was man macht und irgendwie cool ist, sofort überlegt wie das auf Facebook aussehen würde.
Und obwohl alle Facebook Bilder genau gleich aussehen, haben wir dann auch noch das Gefühl, dass wir anders sind als die Anderen, dass wir eben „voll crazzy“ sind, wir wollen uns von der Masse abheben.
So hat die Menschheit also auch den Drang zur Individualität entdeckt. Nur, dass die Meisten die damit prahlen, nicht im Geringsten ihren eigenen Stil haben, sondern einfach den Kleiderlook des nächsten Hippies kopiert haben, sich ungeschminkt ablichten und dann unter das Bild schreiben: „will ich eifach soo bin wieni bin, akzeptiers oder fik dii.“
Dieser Druck, sich selbst finden zu müssen und unbedingt ein eigenes Individuum sein zu müssen, überfordert uns dann doch, sodass wir mit unserem sowieso schon schweren Leben nicht klarkommen, nach Aufmerksamkeit schreien müssen, aber nicht mehr fähig sind unsere Freunde live um Hilfe zu bitten und es deshalb auf Facebook stellen.
Vor 2 Wochen habe ich mich bei Facebook wieder angemeldet und ich bereue es bereits jetzt. Der Zeichnungsstift liegt wider ungenutzt umher, das Buch ist schon fast verstaubt und die Jonglier-Bälle wurden zum Katzenspielzeug degradiert. Und doch bin ich halt auch nur ein Mensch, auch wenn mich das oberflächliche Gelaber nicht mal mehr amüsiert komme ich vom Facebook einfach nicht los.
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